Naturkundemuseen und zoologische Gärten sind bis heute Besucher­magneten ersten Ranges und erfreuen sich, trotz aufwendiger Natur­dokumentationen und der neuen Medien, zunehmender Beliebtheit. Ebenso wie Elefant, Zebra, Tiger und Co. im Zoo üben auch lebenswahre Tier­präparate und Dioramen sowie Nachbildungen von Sauriern, Mammuts oder Höhlenbären in Museen und Ausstellungen eine große Faszination auf Jung und Alt aus.Der Grundstein hierfür wurde im 19. Jahrhundert gelegt, dem "Jahrhundert der Naturwissenschaften", als aus den verstaubten Naturalienkabinetten und den nur wenigen Besuchern zugänglichen fürstlichen Menagerien Schritt für Schritt moderne Naturkundemuseen und bürgerliche zoologische Gärten wurden. Die ersten Impulse gingen hierbei aber weniger vom etablierten Wissenschaftsbetrieb aus, sondern vornehmlich von privaten Sammlern und Museen, von freien und angestellten Präparatoren. Einer dieser Präparatoren war der im Umfeld der Herrnhuter Brüdergemeine in Schlesien geborene, in Berlin und Stuttgart wirkende Philipp Leopold Martin (1815-1885). Martin gilt nicht nur als Begründer der Dermoplastik, einer fortschrittlichen Methode zur Anfertigung lebenswahrer Tierpräparate sowie als Schöpfer der ersten lebensgroßen und plastischen Nachbildung eines Mammuts, sondern er war auch "Zoodesigner" und einer der ersten Naturschützer.Der Wissenschaftshistoriker Uwe Albrecht hat das Wirken Martins im Detail untersucht und in einen fachlichen sowie historischen Zusammenhang gestellt.